Jugend und Tod

Die Lebensuhr tickt.

Schwelgen in Erinnerungen

Neulich haben wir alte Fotos rausgekramt und im Freundeskreis angeschaut: Bilder aus unserer „Jugend“. Wir waren so zwischen 16 und 25 Jahre jung und verbrachten praktisch jedes Wochenende im Kreis einer christlichen Jugendgruppe.

„Damals“ hatten Telefone Wählscheibe und Kabel. Die Rufnummern unserer Clique weiß ich bis heute. Es gab kein Internet. RTL kam gerade um diese Zeit als viertes deutsches Fernsehprogramm auf die Mattscheibe. Fotos belichtete man auf Filme statt auf Handy-Speicher – 24 oder 36 pro Film. Das machte jedes Bild wertvoll. So amüsierten wir uns also neulich über unsere alten Ansichten, als ich mehr Haare und weniger Bauch trug und die Mädchen auf Dauerwelle standen.

So alt wie wir

Auf Wochenend-Touren mit 20 oder 30 Jugendlichen begleiteten uns oft zwei Elternpaare. Wir empfanden es nicht als störend und fühlten uns in keiner Weise beaufsichtigt. Wir freuten uns, dass sie sich die Zeit nahmen und uns umsorgten.

Nun, fast 25 Jahre später, begann jemand zu rechnen: „Waren die damals so alt wie wir heute?“ Das konnten wir nicht fassen. „Die“ kamen uns damals doch so uuuuralt vor. Doch jede Kontrollrechnung, jedes Zahlenspiel, brachte uns wieder zum selben Ergebnis: Ja, wir sind jetzt genauso in der Mitte oder am Ende der Vierziger Jahre angekommen wie unsere Begleiter damals. Man wird halt immer knackiger und so langsam rollen die Pillchen und Tröpfchen.

Vom letzten Schritt

Vom letzten Schritt bin ich hoffentlich weit entfernt. Was der Psalmist sagt, will ich mir trotzdem zu Herzen nehmen: Psalm 90, Vers 12:
„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“