London per Oyster-Card

Doppeldecker-Busse in London. Von oben hat man einen guten Blick auf das Verkehrsgetümmel. Nur nachts kommen die Busse schnell voran.

Typisch für London, aber im Großstadt-Verkehrsgetümmel nicht gerade schnell: die roten Doppeldecker-Busse in London. Foto: Christof Hüls

Underground oder Overground durch London

Von Christof Hüls

Fahrtzielanzeige an einem Lodonener Doppeldeckerbus.

Abellio fährt nicht nur auf der Ruhr-Sieg-Strecke, sondern auch in London. Fotos: Hüls

Busfahren ist zwar billig, aber l a n g s a m. Zehn Sekunden Fahren, 20 Sekunden stehen: Die beliebten roten Doppeldecker stoppen nicht nur an den Bushaltestellen, die es an jeder Ecke gibt, sondern vor Millionen von Ampeln, Milliarden über die Straße rennenden Fußgängern und auch so noch ein paar Male zwischendurch. 10, 20, das ist so ungefähr der Takt. Immerhin: Man kann viel sehen – am besten natürlich in der oberen Etage gleich auf der ersten Bank. Nur spät abends scheinen die Chauffeure so richtig freie Bahn zu genießen und geben Gas… Selbst dann wartet man in London Mitte höchstens 15 Minuten auf den nächsten Bus. Irgendwann nachts gibt es auch eine Betriebspause.

Noch öfter als die Busse fahren die U-Bahnen (Tube). Wohl keine andere Metropolen-Bevölkerung erfreut sich eines so dichten Netzes von U-Bahnen wie die Londoner. Underground gibt’s übrigens auch viel zu bestaunen. Keine Station ist wie die andere und viele sind künstlerisch gestaltet. Selbst als Kleinstädter findet man sich schnell zurecht. An den Wochenenden stehen in den Schächten immer mal wieder die Räder still für Reparaturen. Wer dann zum Flughafen muss, der sollte die Hinweise beachten und sich rechtzeitig einen Umweg heraus suchen.

Tube: Wirrwarr in Londoner U-Bahn-Schacht.

Tube: Wirrwarr in Londoner U-Bahn-Schacht.

Wenn Du nur einige Male mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist, empfehle ich für 5 Pfund eine Oyster-card. Das ist eine Guthabenkarte, die du mit einem beliebigen Betrag aufladen kannst. Nach zweieinhalb Tube-Fahrten hat man den Grundpreis drin. Das Gute: Falls Du mal wirklich mehrmals unterwegs bist, wird Dir am Tagesende höchstens der Tagesticket-Preis abgebucht vom Guthaben. Ist fair. Die Busfahrt kostet mit Oyster-Card so um 1,40 Pfund (Stand 2013). Aufladen kann man am Automaten, in vielen Kiosken sowie an größeren U-Bahn-Stationen auch am Schalter.

Wie geht es dann praktisch?

Du lässt Dir am besten gleich ein Guthaben auf die Oyster-Card buchen. Oder gleich die Tages- oder Wochenkarte. An allen U-Bahnstationen gibt es Sperren mit Lesegeräten. An allen Sperren steht Personal, das sehr genau darauf hört, ob auch immer der richtige Piep ertönt. Die freundlichen Mitarbeiter helfen aber auch bei Problemen. Ich hatte einmal ein solches wegen eines „doubletouch“. Auch in den Bussen gibt es die Lesegeräte (Eingang vorn!) und auch dort achten die Fahrer pingelig auf den richtigen Piep. Ohne Piep kein Einstieg. Ansonsten: passendes Kleingeld bereit halten!

Teuer und stressig: das London-Ticket

Touristen nehmen gerne das London-Ticket, die All-inclusive-Variante für Museen, Bahn und Tube. Doch wer den Preis raus bekommen will, der gerät richtig in Stress. „Lieber doch kein Spaziergang durch den Park, weil zwei Museen müssen wir noch….???“

Dann lieber einfach die Londoner Luft schnuppern, die Attraktionen von außen sehen, am Fluss entlang flanieren und spontan EINE Attraktion GENIESSEN.

Ihren Preis wert: Hopp-on-hopp-off-Busse

Ich habe inzwischen Gefallen gefunden an den Hopp-on-hopp-off-Bussen. Mit

Zwar teuer, aber im Hopp-on-hopp-off-Bus lernt man eine Stadt sehr viel schneller kennen.

Zwar teuer, aber im Hopp-on-hopp-off-Bus lernt man eine Stadt sehr viel schneller kennen.

denen kannst Du den ganzen Tag rumfahren, aus- und einsteigen so oft Du willst und Erläuterungen anhören. Inclusive ist in London meist auch eine Boots-Fahrt über die Themse und ein Footwalk – beides sehr empfehlenswert! Wir haben den blauen Bus gebucht (natürlich online): http://www.hoponhopoffplus.com/Home Der Veranstalter „GoldenTours“ nimmt für zwei Tage 27 Pfund (Stand Mai 2013). Beim Fahrer gibt es kostenlose Ohrhörer, über die man auf Englisch, Deutsch und x anderen Sprachen die Erklärungen hört (Wenn mal einer nicht funktioniert: Einfach im nächsten Bus einen neuen nehmen!).

Wer Rundfahrten in ungewöhnlichen Verkehrsmitteln lieber hat, der kann sich dieser Amphibienfahrzeuge bedienen.

Wer Rundfahrten in ungewöhnlichen Verkehrsmitteln lieber hat, der kann sich dieser Amphibienfahrzeuge bedienen.

Wenn Du erst später im Laufe eines Tages Deine erste Fahrt antrittst, solltest Du Dir das von dem Busbegleiter bestätigen lassen. Dann gilt die Karte nämlich tatsächlich 48 Stunden (statt zwei Kalendertage).

Große Stadt, große Auswahl: Es konkurrieren drei solcher Rundfahrt-Busgesellschaften gegeneinander. Außerdem gibt es auch noch so eine Art Amphibien-Fahrzeug (Foto links).

Christof Hüls

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Infos auf visitlondon.de über die Oyster-Card